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Sunday, September 05, 2010 ..:: Schützen-Journal » Waffenbesitzer stellen sich vor » Geraldo ::..   Login
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WAFFENNARR ODER NICHT - URTEILE SELBST
Von Gerald Anderka

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Es ist jetzt ungefähr 35 Jahre her, da bekam ich meinen ersten Lego-Baukasten. Winnetou und Old Shatterhand kannte ich nicht nur aus dem Kino, sondern auch aus den Büchern von Karl May. Ein altes Schaukelpferd stand auch noch herum und so wurde ich zum Cowboy.

"Was hat das mit dem Lego-Baukasten zu tun?", wird man sich fragen…

Einiges, denn während andere Kinder mit ihren Legosteinen Häuser bauten, baute ich meinen ersten Trommelrevolver. Er war scharfkantig und wenn man ihn aus Versehen fallen ließ, dann musste man sich erneut ans Werk machen. Später gelang mir sogar Winnetou’ s doppelläufige Silberbüchse, die jedoch nicht sehr stabil war und manchmal auseinander fiel.

Geld für Spielzeugpistolen gab man natürlich nicht für mich aus, diesbezügliche Wünsche an das Christkind wurden von diesem erfolgreich ignoriert.

Als Scheidungskind verbrachte ich aber auch viel Zeit bei der Oma. Dort wohnte auch manchmal mein Vater in seinem alten Zimmer. War er nicht da, dann betrat ich diesen Ort, an dem es manchmal seltsam roch. Eine eigenartige Geruchsmischung empfing mich dort immer, sie bestand aus verbranntem Schießpulver, Maschinenöl und Stahl, gewürzt mit einem Hauch Pitralon und alten Socken.

Aber es war nicht der Geruch der mich magisch anzog, es war die Tatsache, dass in diesem Raum hie und da ein kleiner Schatz zu finden war. Man musste nur genau suchen, dann würde man fündig werden. Irgendwo entdeckte man dann das Objekt der Begierde. In meinem Fall war es z.B. eine kleine Taschenpistole im Kaliber 6,35mm die mir gefiel, da sie in meine Kinderhände passte und nicht allzu schwer war. Der riesige „Rast & Gasser“ Armeerevolver blieb bis auf einen einzigen Hebeversuch unberührt, da zu schwer und zu groß. Die Notwendigkeit eines Waffenschrankes sah man Anfang der 1970er Jahre wahrscheinlich noch nicht, mein Vater lagerte seine Waffen immer ungeladen in diversen Kästchen und Regalen, aber die Munition war immer versperrt, an einem mir unbekannten Ort.

Kam mein Vater nach einem Schießstandbesuch mit Freunden nach Hause, dann wurde es interessant für mich. Alle packten ihre Waffen aus, es wurde ein Bier getrunken, gescherzt und die Waffen wurden zerlegt und gereinigt. Manchmal durfte ich sie in die Hand nehmen und man erklärte mir den Zusammenbau und die Funktion. Ich war von diesen mechanischen Wunderwerken fasziniert, für mich glichen sie Uhrwerken. Irgendwann, ich glaube, ich war gerade 14 – meine erste Luftpistole hatte ich mit 12 bekommen – durfte ich das erste Mal mitkommen zum Schießen. Mein Vater war vor einigen Jahren Dritter bei einer Weltmeisterschaft (Chunk Gun) in Italien geworden und besaß neben sehr schweren und langen Vorderladergewehren natürlich auch modernere Waffen, mit denen ich gerne schießen wollte. Nach der Frage, mit welcher Waffe ich schießen möchte, entschloss ich mich für eine ordentliche „Männerkanone“, einer Smith & Wesson M29 im Kaliber .44 Magnum.

Warum alle anderen lachten, wurde mir erst einige Minuten später klar, als mir die Hand weh tat und die Waffe in der Wiese lag… ich schoss die Waffe erst wieder, als ich erwachsen war. So fing ich also an, mir meine ersten Erfahrungen mit etwas zahmeren Kalibern wie .22lfB und 9x19mm zu sammeln.

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Irgendwann bekam ich meine erste Colt 1911 im Kaliber .45ACP in die Hand und verliebte mich in das System. Mein Vater besaß einige Modelle dieser Waffe und besonders angetan hatte es mir das Modell „Commander“. Mittlerweile hatte mein Vater das Gasthaus „Zum Landsknecht“ gepachtet, in dem einige alte Vorderlader und Blankwaffen zur Dekoration an den Wänden hingen. Manchmal durfte ich mit einer der Waffen spielen, wie z.B. mit einer alten Luntenpistole. Heute werden dort sehr oft die IWÖ-Stammtische abgehalten.

Trotz meiner Liebe für das 1911er System, war dann nach Erlangung der WBK eine Schwarzpulverwaffe meine erste eigene. Von einem Freund erwarb ich einen italienischen Nachbau einer „Remington Army“, einem Perkussionsrevolver im Kaliber .44.

Nach einigen anderen Waffen konnte ich mir 1990 endlich meine erste 1911 leisten. Eine Government MK IV Serie 80, komplett überarbeitet vom Meister Hriberschek im 9. Wiener Bezirk.  Der Schlitten im traditionellen Colt-Blue hatte polierte Seitenflanken und das Griffstück war Glasperlengestrahlt und matt verchromt, umrahmt wurde es von Holzgriffschalen aus Nussbaumholz. 1991 ließ ich mich dazu hinreißen, diese Waffe meinem Vater zum 50. Geburtstag zu schenken. Leider konnte ich sie nach seinem Tod nicht zurückerben, er hatte sie zwischenzeitlich verkauft.

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Als Filmfreund und nunmehriger Heimkinobesitzer, störte mich zunehmend die unrealistische Darstellung in Filmen, was Waffen und deren Wirkung anbelangte. Ich fing an, mich für diese Materie zu interessieren und las Bücher zum Thema Wundballistik und Combatschießen.

Dies sind zwar ernste, aber dennoch sehr interessante Themen, und so drang ich immer tiefer in die Materie ein. Ich las Bücher von „Jan Boger“ (Dr. David T. Schiller) und Siegfried F. Hübner, und ich fing an, das gelesene im Training umzusetzen und Interessierten weiter zu vermitteln. 2001 belegte ich dann meine ersten drei Kurse bei Andy Stanford und James Yeager, zwei großartigen Trainern aus Amerika. Weitere Kurse und Seminare bei anderen Schießschulen und Instruktoren folgten. Diese Lernphase wird jedoch nie abgeschlossen sein, denn man lernt ja bekanntlich nie aus.

Da in Österreich zur Erlangung einer Waffenbesitzkarte als Rechtfertigung der Wille zur Selbstverteidigung ausreicht und sich daher auch viele Menschen Waffen zu diesem Zweck anschaffen, versuche ich mein erworbenes Wissen an interessierte Waffenbesitzer weiter zu geben.

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Denn jeder Waffenbesitzer, der im Umgang mit seinen Waffen, speziell auch im Umgang mit Selbstverteidigungssituationen geschult wurde, erhöht die allgemeine Sicherheit in einer bewaffneten Welt.

In diesem Sinne: Stay save!

 

  

   

WAFFENNARR ODER NICHT - URTEILE SELBST
Von Gerald Anderka

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Es ist jetzt ungefähr 35 Jahre her, da bekam ich meinen ersten Lego-Baukasten. Winnetou und Old Shatterhand kannte ich nicht nur aus dem Kino, sondern auch aus den Büchern von Karl May. Ein altes Schaukelpferd stand auch noch herum und so wurde ich zum Cowboy.

"Was hat das mit dem Lego-Baukasten zu tun?", wird man sich fragen…

Einiges, denn während andere Kinder mit ihren Legosteinen Häuser bauten, baute ich meinen ersten Trommelrevolver. Er war scharfkantig und wenn man ihn aus Versehen fallen ließ, dann musste man sich erneut ans Werk machen. Später gelang mir sogar Winnetou’ s doppelläufige Silberbüchse, die jedoch nicht sehr stabil war und manchmal auseinander fiel.

Geld für Spielzeugpistolen gab man natürlich nicht für mich aus, diesbezügliche Wünsche an das Christkind wurden von diesem erfolgreich ignoriert.

Als Scheidungskind verbrachte ich aber auch viel Zeit bei der Oma. Dort wohnte auch manchmal mein Vater in seinem alten Zimmer. War er nicht da, dann betrat ich diesen Ort, an dem es manchmal seltsam roch. Eine eigenartige Geruchsmischung empfing mich dort immer, sie bestand aus verbranntem Schießpulver, Maschinenöl und Stahl, gewürzt mit einem Hauch Pitralon und alten Socken.

Aber es war nicht der Geruch der mich magisch anzog, es war die Tatsache, dass in diesem Raum hie und da ein kleiner Schatz zu finden war. Man musste nur genau suchen, dann würde man fündig werden. Irgendwo entdeckte man dann das Objekt der Begierde. In meinem Fall war es z.B. eine kleine Taschenpistole im Kaliber 6,35mm die mir gefiel, da sie in meine Kinderhände passte und nicht allzu schwer war. Der riesige „Rast & Gasser“ Armeerevolver blieb bis auf einen einzigen Hebeversuch unberührt, da zu schwer und zu groß. Die Notwendigkeit eines Waffenschrankes sah man Anfang der 1970er Jahre wahrscheinlich noch nicht, mein Vater lagerte seine Waffen immer ungeladen in diversen Kästchen und Regalen, aber die Munition war immer versperrt, an einem mir unbekannten Ort.

Kam mein Vater nach einem Schießstandbesuch mit Freunden nach Hause, dann wurde es interessant für mich. Alle packten ihre Waffen aus, es wurde ein Bier getrunken, gescherzt und die Waffen wurden zerlegt und gereinigt. Manchmal durfte ich sie in die Hand nehmen und man erklärte mir den Zusammenbau und die Funktion. Ich war von diesen mechanischen Wunderwerken fasziniert, für mich glichen sie Uhrwerken. Irgendwann, ich glaube, ich war gerade 14 – meine erste Luftpistole hatte ich mit 12 bekommen – durfte ich das erste Mal mitkommen zum Schießen. Mein Vater war vor einigen Jahren Dritter bei einer Weltmeisterschaft (Chunk Gun) in Italien geworden und besaß neben sehr schweren und langen Vorderladergewehren natürlich auch modernere Waffen, mit denen ich gerne schießen wollte. Nach der Frage, mit welcher Waffe ich schießen möchte, entschloss ich mich für eine ordentliche „Männerkanone“, einer Smith & Wesson M29 im Kaliber .44 Magnum.

Warum alle anderen lachten, wurde mir erst einige Minuten später klar, als mir die Hand weh tat und die Waffe in der Wiese lag… ich schoss die Waffe erst wieder, als ich erwachsen war. So fing ich also an, mir meine ersten Erfahrungen mit etwas zahmeren Kalibern wie .22lfB und 9x19mm zu sammeln.

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Irgendwann bekam ich meine erste Colt 1911 im Kaliber .45ACP in die Hand und verliebte mich in das System. Mein Vater besaß einige Modelle dieser Waffe und besonders angetan hatte es mir das Modell „Commander“. Mittlerweile hatte mein Vater das Gasthaus „Zum Landsknecht“ gepachtet, in dem einige alte Vorderlader und Blankwaffen zur Dekoration an den Wänden hingen. Manchmal durfte ich mit einer der Waffen spielen, wie z.B. mit einer alten Luntenpistole. Heute werden dort sehr oft die IWÖ-Stammtische abgehalten.

Trotz meiner Liebe für das 1911er System, war dann nach Erlangung der WBK eine Schwarzpulverwaffe meine erste eigene. Von einem Freund erwarb ich einen italienischen Nachbau einer „Remington Army“, einem Perkussionsrevolver im Kaliber .44.

Nach einigen anderen Waffen konnte ich mir 1990 endlich meine erste 1911 leisten. Eine Government MK IV Serie 80, komplett überarbeitet vom Meister Hriberschek im 9. Wiener Bezirk.  Der Schlitten im traditionellen Colt-Blue hatte polierte Seitenflanken und das Griffstück war Glasperlengestrahlt und matt verchromt, umrahmt wurde es von Holzgriffschalen aus Nussbaumholz. 1991 ließ ich mich dazu hinreißen, diese Waffe meinem Vater zum 50. Geburtstag zu schenken. Leider konnte ich sie nach seinem Tod nicht zurückerben, er hatte sie zwischenzeitlich verkauft.

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Als Filmfreund und nunmehriger Heimkinobesitzer, störte mich zunehmend die unrealistische Darstellung in Filmen, was Waffen und deren Wirkung anbelangte. Ich fing an, mich für diese Materie zu interessieren und las Bücher zum Thema Wundballistik und Combatschießen.

Dies sind zwar ernste, aber dennoch sehr interessante Themen, und so drang ich immer tiefer in die Materie ein. Ich las Bücher von „Jan Boger“ (Dr. David T. Schiller) und Siegfried F. Hübner, und ich fing an, das gelesene im Training umzusetzen und Interessierten weiter zu vermitteln. 2001 belegte ich dann meine ersten drei Kurse bei Andy Stanford und James Yeager, zwei großartigen Trainern aus Amerika. Weitere Kurse und Seminare bei anderen Schießschulen und Instruktoren folgten. Diese Lernphase wird jedoch nie abgeschlossen sein, denn man lernt ja bekanntlich nie aus.

Da in Österreich zur Erlangung einer Waffenbesitzkarte als Rechtfertigung der Wille zur Selbstverteidigung ausreicht und sich daher auch viele Menschen Waffen zu diesem Zweck anschaffen, versuche ich mein erworbenes Wissen an interessierte Waffenbesitzer weiter zu geben.

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Denn jeder Waffenbesitzer, der im Umgang mit seinen Waffen, speziell auch im Umgang mit Selbstverteidigungssituationen geschult wurde, erhöht die allgemeine Sicherheit in einer bewaffneten Welt.

In diesem Sinne: Stay save!

 

  

   


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